tolllkirsche
(Atropa belladonna) – nach Atropos eine Tochter der Nacht und tödliche Frucht.
Der botanischen Tollkirsche wird nachgesagt, dass sie mystisch wirkt, man vermutete sie in den Flugsalben der Hexen. Sie erweitert Pupillen und steigert als Aphrodisiakum die Libido. Das schwarz glänzende Nachtschattengewächs dient zur Heilung, doch 10 Beeren und mehr führen zum Tod durch Atemlähmung.
Tolllkirsche überspitzt die Eigenschaften der natürlichen Tollkirsche – sie ist noch giftiger, mystischer, verbotener, gefährlicher und übertreibt. Dies symbolisieren die 3 „l“.
Tolllkirsche vereint Widersprüche, die sich anziehen, ergänzen und miteinander zu einem neuen Stil verschmelzen. Sie wirkt giftig-süß, streng-verspielt, elegant-avantgardistisch, modern-nostalgisch und verführerisch-schrill. Dabei zeigt sie Reize stets fernab plumper Klischees, Erotik findet im Kopf statt.
Tolllkirsche vereint Elemente verschiedener Epochen, denn jede Dekade hat ihre eigene Weise, Selbstbewusstsein, Würde, Klasse und Stil zu transportieren. So finden sich bei Tolllkirsche Zeichen viktorianischen Anstands, der Glanz der goldenen Zwanziger sowie die Stärke der 30er Jahre neben dem Fortschrittsglauben der 50er, der Lockerheit der Swinging Sixties und dem Mut der 80er „Hier bin ich!“ zu schreien.
Neben historisch angehauchten Schnitten verleihen futuristische Materialien der Tolllkirsche-Couture ihren individuellen Schliff. Sowohl Naturqualitäten wie Wolle und Seide als auch Technostoffe mit skurriler Optik, Lack- und Folienqualitäten, Chiffon und Spitze werden zu spektakulären Roben oder minimalistischen Fummeln verwandelt.
Die Comalisten
tolllkirsche im Kurzüberblick:
Michaela Glasstetter gründete nach ihrem Modedesignstudium an der Fachhochschule Trier ihr eigenes Modellabel tolllkirsche. 2008 kam dann noch ihr Accessoire-Label PIMPSHRIMP dazu. Bis 2009 arbeitete sie in ihrem Atelier im Unperfekthaus in Essen. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Dortmund.


